Ulrich Detrois war acht Jahre Mitglied der berüchtigten Hells Angels, zuletzt in führender Funktion als Vize Präsident des örtlichen Charters.
In seinem Buch räumt er mit romantischen Vorstellungen einer lässigen Easy Rider Mentalität auf.
Der Autor beschreibt sein Leben als Rocker, welches von Drogen, Sex und Gewalt geprägt war.
 Eine packende Biographie für die der Autor nunmehr um sein Leben fürchten muss!
Der Anfang vom Ausstieg begann 2007, als plötzlich Detrois „Brüder“ vor seiner Tür standen und in seine Wohnung drängten. Es lag eine feindliche Stimmung in der Luft, der Respekt ihm gegenüber als Vizepräsident war verloren. Kleidung, Schmuck, Bilder mit Hells Angels Symbolen wurden wortlos in Müllsäcke verstaut, auch die Schlüssel seiner Harley wurden ihm abgenommen.
Zum Abschied wurde Detrois mitgeteilt, dass er nun zum „Abschuss“ frei wäre.
Ein Todesurteil in der Rockerszene! 
Die Szene, die der Autor nur zu gut kennt; er kann auf eine fast 30 jährige kriminelle Karriere zurückblicken, 12 Jahre davon in der Rockerszene unter dem Spitznamen „Bad Boy Uli“.


Bad Boy Uli, ein Mann, der nie einem Kampf gewichen wäre, dieses Leben so plötzlich vorbei sein?


Bad Boy Uli wurde beschuldigt dreißig Kilogramm Kokain an seinen Brüdern vorbei gehandelt zu haben und damit den Club um einen Millionenbetrag betrogen zu haben.
Das Urteil ist nicht zu revidieren, die Hells Angels haben ihre eigenen Gesetze!

Der Autor wendet sich an die Polizei, aber auch die kann ihn nicht dauerhaft schützen, so schreibt er seine Geschichte auf und rechnet mit seinen ehemaligen Brüdern ab.






„Höllenritt – Ein deutscher Hells Angel packt aus“, ein packendes Werk mit einmaligen Eindrücken in die Struktur und den Gesetzen der Hells Angels in Deutschland. 


Der Autor räumt endgültig mit dem Easy Rider Mythos auf, er beschreibt die Rocker, als das was sie tatsächlich sind, eine kriminelle Vereinigung, die falls nötig auch über Leichen geht.
 Eine straff organisierte kriminelle Vereinigung mit weltweiten mafiösen Strukturen, vorrangig in den Geschäftsfeldern Frauen-, Waffen- Drogenhandel. Der Fokus liegt hier in der Maximierung des Profits.

Bad Boy Uli beschreibt die Strukturen der Hells Angels in Deutschland, die Aufteilung in sogenannte 43 Charter (regionale Clubs) und deren Führungsstrukturen. Jedes Charter hat seinen Präsidenten sowie Stellvertreter, einen Waffenchef, Verkehrsbeauftragten, Schriftführer und einen Schatzmeister. Sämtliche regionale Präsidenten unterstehen dem obersten Boss der Hells Angels, dem US Amerikaner Sonny Barger.

Eine Gemeinschaft mit strengen Regeln, den „World Rules“, allein die Veröffentlichung dieser in dem Buch ist unter Todesstrafe verboten.
 Die „World Rules“ der Hells Angels regeln die Rechte und Pflichten eines jeden Bruders.
Zu den Pflichten gehört insbesondere seine Beiträge zu zahlen, 20 Dollar jährlich an die Gesamtorganisation, einen dreistelligen an die jeweilige Länderkasse, sowie mindestens 100 € an das eigene Charter.
 Mit diesem Geld werden gemeinsame Partys gefeiert, Anwaltskosten beglichen und Waffenkäufe organisiert.
Eine kostspielige Mitgliedschaft, so der Autor zynisch. 
Das Buch „Höllenritt“ ist auch eine Abrechnung eines Enttäuschten der die Ideale der Rockerszene verraten sieht.
 Der Autor macht keinen Hehl aus seiner kriminellen Vergangenheit, er sah sich jedoch stets als „aufrichtigen“ Rocker, tatsächlich in einer romantische Weltanschauung des Easy Rider Mythos.
Tatsächlich besitzen einige der „Brüder“ keinen Führerschein oder nicht einmal ein Motorrad. Eine Verweichlichung sei ebenfalls zu beobachten. 
Der Leitspruch „Einer für alle, einer für alle“ scheint in Deutschland eine leer Phrase zu sein, so der Autor.

Die kriminelle Karriere begann Bad Boy Uli als Zuhälter. Es folgte eine klassische Verbrecherkarriere. Bürgerlich absolvierte Bad Boy Uli eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker, mit Anfang 20 begann seine Karriere als Zuhälter. Er wollte das große Geld, mit Gewalt errang er sich schließlich den nötigen Respekt im Rotlichtviertel.

 Bad Boy Uli „expandierte“ ins Drogengeschäft, nach zwei Aufenthalten im Gefängnis wegen Drogendelikten, konzentrierte sich Uli weiter auf Prostitution. Der Autor lebte in einer Welt voller Geld, Luxus und Mädchen.
 Nebenbei blieb ihm noch genügend Zeit zum Motorradfahren.

 So fand er 1995 schließlich zu den Rockern, Gemeinsame Hobbys wie Drogen, Sex, Gewalt und Partys machten den Einstieg leicht.

Das Ende von Bad Boy Uli
Uli Detrois bereut diese Zeit nicht, eine Zeit wie eine dauerhafte großartige Show.
Er stieg in der Hierarchie der Hells Angels auf, reiste quer durch Europa und kam schnell zu viel Geld.

Nach eigener Aussage wurde dem Autor seine schwierige Persönlichkeit und dem Glauben an dem Ursprungsgedanken der Hells Angels in Amerika zum Verhängnis. 
So stellte er sich oft gegen seine eigenen Brüder im Club, was ihm letztendlich nach Jahren zum Verhängnis wurde!



Fazit: Ein spannendes aber auch ernüchterndes Buch, welches einen Einblick in eine verschworene Bruderschaft gestattet. Der Autor nennt Einzelheiten, die dem Gesetz des Schweigens unterliegen und bringt sich damit in Lebensgefahr!